D-ARCH spacer Gastdozentur Andreas Fuhrimann, Gabrielle Hächler
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Illustration

 

Wohnungsbau neben der Wiener Werkbundsiedlung

 

Die österreichische Werkbundsiedlung wurde 1932 als kulturelles Manifest am Stadtrand der Kulturmetropole Wiens erstellt, zu einer Zeit, als die Demolierung der Moderne durch die Nationalsozialisten schon im vollem Gange war. Die Bauten sollten eine als überholt empfundene Geschichtlichkeit überwinden, eine humane, naturnahe Wohnkultur entwerfen und für alle Zeiten das Monumentale auslöschen, wobei sie mittlerweile selbst zum Monument wurden.

 

Der exemplarisch ökonomische und ästhetische Umgang mit Raum, d.h. mit einem Minimum an Raumaufwand ein Optimum an Wohn-, und Lebensqualität zu erzeugen, hat jedoch bis heute Modellcharakter. Der Reichtum an artikulierter Räumlichkeit ist beeindruckend und inspirierend. Die Siedlung weist neben den klassischen Proklamationen der internationalen Moderne auch wienerische Positionen auf, u. a. von Adolf Loos, Josef Hoffmann und Josef Frank, die nicht nur eine Architektur der Funktionalität, sondern auch der Lebensnähe und der Sinnlichkeit vertraten.

 

In einer Vorübung wird zunächst die Mustersiedlung, die damals als geistiges Laboratorium für das zeitgemässe Wohnen und Bauen galt, als Gruppenarbeit analysiert, und aus den Erkenntnissen ein Bebauungsplan für ein direkt angrenzendes Grundstück entworfen. Anschliessend wählt jeder Studierende ein Gebäude dieses Bebauungsplans aus und entwickelt sein eigenes Wohnungsbauprojekt.

Im Zentrum steht die Annäherung an die Haltung des realistisch - idealistischen Versuchs dieser Siedlung und die Entwicklung eines vergleichbaren kulturell - architektonischen Engagements. Dieser Anspruch gilt es selbstverständlich auf heutige, stark veränderte gesellschaftliche Realitäten und Bedürfnisse anzupassen. Gleichzeitig sollen die teilweise dogmatischen und plakativen Forderungen des neuen Bauens reflektiert und kritisch hinterfragt werden.

 

Schwerpunkt des Semesters ist die Entwicklung eines spannungsvollen und gleichzeitig behaglichen Raumgefüges sowohl im ergänzten Siedlungsraum als auch im Innern der verschieden grossen Wohnungen im Gebäude. Dabei geht es nicht um ein einfaches Kopieren der vorgefundenen Typologien, sondern um eine kritische Analyse und eine eigenständige Übersetzung ihrer Qualitäten im eigenen Entwurf. Integrierte gemeinsame und individuelle Außenräume spielen dabei eine zentrale Rolle.

 

Zu Beginn des Semesters besuchen wir die Werkbundsiedlung, das zu bebauende Grundstück, sowie eine Auswahl weiterer Wohnbauten in Wien.

Kosten inkl. Zug, Übernachtung und Bus in Wien 200.--

 

Assistenz: HIL F 65.3

Aufgabentyp: O (Objekt)

Einführung: Dienstag 23.2.2010, 10h00, Zeichensaal HIL D 15

Kontakt: fuhrimann-haechler@arch.ethz.ch

Download: PDF


20.01.2010 webmaster@arch

 

 
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