D-ARCH spacer Gastdozentur Andreas Fuhrimann, Gabrielle Hächler
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Illustration

 

Hotel auf der Rigi

 

Auf dem Gelände des 1942 abgebrochenen Kurhotels auf der Rigi-Scheidegg entwerfen wir ein zeitgemässes „Grand Hotel“ für Städter, die Besinnung, Erholung oder einen Rückzugsort für konzentriertes Arbeiten suchen. Die atemberaubende Landschaft und das gleichzeitige Fehlen touristischer Hektik durch ein beschränktes Freizeit-und Sportangebot bilden einen Rahmen, der die Gegend zum idealen Refugium macht.

 

John Ruskin bezeichnete die Rigi aufgrund der drei Aquarelle von William Turner, „The Dark Rigi“, „The Blue Rigi“ und „The Red Rigi“ von 1842, als „nobelste Landschaft aller Zeiten“. In der Tat ist die Lage der Rigi einmalig: eingebettet im vielarmigen pittoresken Vierwaldstättersee und der Alpenkette als perfekter Aussichtspunkt vorgelagert. Trotzdem ist heute nicht mehr viel zu spüren von der glamourösen und kultivierten Vergangenheit.

 

Im gleichen Jahr, in dem der Vorläufer der Impressionisten Turner seine berühmten Aquarelle malte, wurde auf der Rigi Scheidegg das erste Kurhaus errichtet. Im gleichen Masse, wie sich die Veränderung der Wahrnehmung der Natur in den Bildern abzeichnete, veränderten sich die Bedürfnisse der Städter, die durch die Industrialisierung in luftverpesteten Städten ausharrten, und zur Erholung in die unverdorbene, wilde Natur reisten. Der Weg von den im Mittelalter noch als schrecklich empfundenen zu den schönen und erhabenen Bergen war lang. Erst nach der Aufklärung konnte sich eine ästhetisierende Naturauffassung durchsetzen, die wir heute als selbstverständlich empfinden und der wir den Boom des «Alpinismus» im 18. und 19. Jahrhundert verdanken. Darum also sind die Berge schön: weil neue Weltdeutungen es ermöglicht haben, sie als schön zu betrachten.

 

Durch die fortschreitende Vernetzung hält die Sehnsucht der heutigen Städter nach unmittelbarer Erfahrung an, was ganze Bergregionen zu saisonalen Städten werden lässt. Vor dem bewegten kulturellen Hintergrund der Gegend interessiert uns die Synthese von urbaner und ruraler Architektur, umgesetzt in Räume, die Komfort, Authentizität und Atmosphäre vereinen.

 

Dabei gilt es, einen bewussten Umgang mit der Natur zu finden, entsprechend die Verschränkung des Aussen- mit dem Innenraum zu thematisieren, die Inszenierung und Dosierung der Aussicht zu üben und als atmosphärischen Faktor der Innenräume einzusetzen. Gleichermassen von Bedeutung ist umgekehrt auch eine präzise Artikulation des Baukörpers in der Landschaft als gestaltete Natur.

 

Zu Beginn des Semesters besuchen auf der Rigi Scheidegg das zu bebauende Grundstück, sowie das Ferienhaus von Fuhrimann Hächler.

 

Assistenz: HIL F 65.3

Aufgabentyp: O (Objekt)

Einführung: Dienstag 21.9.2010, 10h00, Zeichensaal HIL D 15

Kontakt: fuhrimann-haechler@arch.ethz.ch

Download: PDF


16.08.2010 webmaster@arch

 

 
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