D-ARCH spacer Gastdozent Manuel Herz
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Illustration


 

Sambia: Lusaka, Ndola

Afrikanischer Modernismus der 1960er und 70er

Während der späten Fünfziger und frühen Sechziger Jahren wurden die meisten zentral- und schwarzafrikanischen Länder unabhängig. Architektur wurde zu einem der wesentlichen Mittel, mit denen die jungen Staaten ihre nationale Identität zum Ausdruck brachten. Es wurden Parlamentsgebäude, Zentralbanken, Stadien, Konferenzzentren, Universitäten und Unabhängigkeitsdenkmäler gebaut, die meist einem mutigen und heroischen Stil aufwiesen. Die modernistische und futuristisch anmutende Architektur spiegelte den zukunftsweisenden und hoffnungsvollen Geist wieder, der zu jener Zeit vorherrschte. Ökonomische Boomjahre erlaubten aufwendige Bauweisen während das tropische Klima eine Architektur ermöglichte die Innen und Aussen verschmelzen liess, und die Ausdrucksstärke von Materialität und Form in den Vordergrund stellte. Die Architektur der Hauptstädte von Ländern wie Kenia, Elfenbeinküste, Sambia, Ghana oder Senegal repräsentiert einige der besten Beispiele der Architektur der 60er und 70er Jahre. Nichtsdestotrotz hat sie bislang wenig Aufmerksamkeit erhalten und erwartet noch ihre ‹Wiederentdeckung›.

Nachdem wir in den vergangenen Seminarwochen Senegal und Ghana besucht haben, reisen wir dieses Mal nach Sambia im südlichen Afrika um die Hauptstadt Lusaka und die Stadt Ndola im Norden des Landes zu besichtigen. Ehemals eine britische Kolonie wurde Sambia im Jahr 1964 unabhängig. Für die Entwicklung der Hauptstadt Lusaka warenzwei Phasen entscheidend: Zum einen als es Brennpunkt der Unabhängigkeitsbewegung unter dem Präsidenten Kenneth Kaunda in den 1960er Jahren war, und später als Exil-Hauptsitz des Südafrikanischen ANC während des Höhepunkts des Apartheid Regimes in Südafrika. Der Mut und die Intensität dieser Phasen zeigt sich in den Gebäuden der wichtigen Institutionen, dem herrlichen Universitäts-Campus am Rande der Stadt sowie in gesellschaftlichen Einrichtungen wie dem Findeco Hochhaus, der das legendäre „Studio 22“ in den 80er Jahren beheimatete wo die lokale Bevölkerung durch die Nacht tanzte.

Unser Besuch beginnt in Lusakas zentralen Geschäfts- und Regierungsviertel und setzt sich in der Universität fort. Danach reisen wir nach Ndola, eine Stadt die durch die Bodenschätze im Norden des Landes entwickelt wurde. Auf das Thema der Dozentur aufbauend, wird die Reise das Augenmerk auf die physische Präsenz öffentlicher Institutionen im städtischen Raum richten, sowie auf die Frage der Repräsentation einer Nation mittels Architektur. Die Seminarreise nach Sambia beendet unsere Serie der vier Reisen zum afrikanischen Kontinent. Sie ist eine einzigartige (und letzte) Gelegenheit eines der Glanzpunkte der jüngeren Architekturgeschichte in einer seltenbesuchten Region kennenzulernen.

 

Zambia: Lusaka, Ndola

African Modernism of the 1960s and 70s

During the late 1950s and the early 1960s most of the countries of Central and Subsaharan Africa gained their independence. Architecture became one of the principal means with which the young nations expressed their national identity. Parliament buildings, central banks, stadiums, conference centers, universities and independence memorials were constructed, often featuring heroic and daring designs. Modernistic, and often futuristic architecture mirrored the aspirations and forward looking spirit that was dominant at that time. A coinciding period of economical boom made elaborate construction methods possible while the tropical climate allowed for an architecture that blended the inside and outside, focused on form and the expression of materiality without the need for insulation or heating. The architecture in the capital cities of countries such as Kenya, Ivory Coast, Zambia, Ghana or Senegal still represents some of the best examples of 60s and 70s architecture. Nevertheless it has received little attention and still remains to be ‘rediscovered’.

After having studied Senegal during the last seminarweek, we will travel to Zambia in the South of Africa and visit its capital city of Lusaka and the northern town of Ndola. Previously a British colony, Zambia is a landlocked nation that sat between competing colonial forces until its independence in 1964. Its capital, Lusaka has experienced two periods of critical importance, the first as a focal point for the local independence movements under the presidency of Kenneth Kaunda in the 1960’s, and secondly as the headquarters of the exiled ANC during the height of the apartheid era in the 1980’s. The exuberance and intensity of these two periods is reflected in the core institutions of the capital and the celebrated university campus in the outskirts of the town as well as the towering structure of Findeco house, home to ‘Studio 22’ in the ‘80’s where local Zambians sat out the nightly curfews with dawn-to-dusk disco.

Our visit will start in Lusaka’s governmental centre and continue to various schools and university buildings in the area, before journeying into the countryside to Ndola. Building up on the studio’s theme, the trip will focus on the physical presence of public institutions in the urban environment and the question of how the state represents itself. Join us for a unique opportunity to travel to one of the highlights of global architectural history in a region rarely visited. This trip to Zambia concludes our series of four trips to the African continent. Join us for a final and unique opportunity.

 

Reisedaten: 15 - 23 März

Kostengruppe: F (ca. 1’800 CHF)

Teilnehmerzahl: 10

Bei Fragen: hansfo@arch.ethz.ch

 

Download: PDF


15.01.2014 webmaster@arch

 

 
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