D-ARCH spacer Gastdozentur Mathias Müller / Daniel Niggli
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Das infrastrukturelle Haus

Illustration

 

Die Verdichtung und Transformation der Stadt folgt heute den Mechanismen eines Verdrängungswettbewerbs, von Nutzungen mit niedrigerer Wertschöpfung zu solchen mit höherer. Industrie - und Gewerbenutzungen werden durch Kulturnutzungen und die Kreativindustrie abgelöst. In einem nächsten Schritt müssen diese ihrerseits wiederum Dienstleistungs-und Wohnnutzungen weichen.

 

Der Logik dieses ökonomischen Optimierungs- und Gentrifizierungsprozesses entsprechend, werden Handwerksbetriebe, Kleinunternehmer, Ateliers, Galerien, Clubs, aber auch flächenintensive Freizeitnutzungen wie Schrebergärten oder Sportfelder immer stärker an die Ränder der Stadt oder gar ganz aus ihr heraus gedrängt. Parallel dazu werden nutzungsflexible, grossmassstäbliche Gebäudestrukturen wir Fabrikhallen zunehmend durch nutzungsspezifische, eher kleinteilige Strukturen ersetzt. Letztlich wird die Stadt durch die vorherrschende Art der Verdichtung monokulturell umgebaut. Sie wird homogener, träger gegenüber gesellschaftlichem Wandel und kann neue wirtschaftliche Entwicklungen weniger gut absorbieren.

 

Aufgabe:

Dieses Semester werden wir mit den Studenten Projekte entwickeln, die dieser Tendenz entgegenwirken. Wir begreifen die notwendige Verdichtung als Chance, unsere Stadt räumlich und programmatisch so neu zu denken, dass radikalere, aber auch offenere Formen von Urbanität entstehen. Wir werden Strukturen konzipieren, die die Durchmischung fördern, den verdrängten Nutzungen Nischen anbieten, die so kräftig und offen gedacht sind, dass sie Wandel provozieren.

Um den Verdrängungsprozess in einen echten Verdichtungsprozess umzuwandeln - im Zuge dessen sich bestehende und neue Programme überlagern und durchmischen oder nebeneinander existieren können - sollen infrastrukturelle Häuser entstehen, die sich wie Infrastrukturen in den Dienst der Nutzung stellen. Wir suchen die gebaute Unschärfe, das zu grosse Hemd, Häuser, die funktionieren wie Regale.

 

Ort:

Im Kontext der schweizerischen (und europäischen) Stadt setzt sich ein solcher Verdichtunsprozess konsequenterweise mit bestehenden Strukturen auseinander. Drei grossmassstäbliche Infrastrukturbauten in der Stadt Zürich bilden deshalb das Fundament für räumliche und programmatische Transformationen und Verdichtungen.

 

Programm:

Produktionshallen, Gewerbe, Büros.
Je nach Ort: Temporäre Märkte (Lebensmittel-, Sammler-, Antiquitäten-, Flohmarkt), Ateliers, Gastronomie, Schrebergärten, Sportnutzungen, etc.

 

Input: Marcel Meili (Meili Peter Architekten), Andreas Ruby (Architekturtheoretiker)

 

Aufgabentyp: Entwurf (ohne integrierte Disziplin), Gruppenarbeit à 2 Studenten

Einführung: Dienstag. 23. Februar 2010, 10:00 Pavillon HIP C1,
Bauplatzbesichtigung und Vortrag anschliessend in Zürich West

Kontakt: muellerniggli@arch.ethz.ch

Download: PDF


20.01.2010 webmaster@arch

 

 
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